BESUCHSZEIT Drei Einakter von Felix Mitterer

BESUCHSZEIT  Drei Einakter von Felix Mitterer - © www.hlwhermagor.at

Am 20.12.2017 wurde in der Aula von der österreichischen Länderbühne das Stück „Besuchszeit“ von Felix Mitterer gespielt.

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Felix Mitter: „Der Einakter Zyklus »Besuchszeit« entstand aus Hörspielen, die alle im Laufe der 70er Jahre vom ORF-Studio Tirol produziert wurden. Die Uraufführung fand 1985 im Theater »Die Tribüne« in Wien statt unter der Regie von Oskar Willner, dem ich durch die lange Aufführungsserie von »Kein Platz für Idioten« verbunden war. In der Folge entwickelte es sich zu meinem meistaufgeführten Stück, es wurde auch in mehrere Sprachen übersetzt.
»Besuchszeit« spielt im Krankenhaus, in der Psychiatrie und im Gefängnis. In jenen Anstalten also, in denen man Menschen unterbringt, die krank sind oder alt oder aufsässig oder kriminell. In jeder dieser Anstalten ist der Mensch ausgeliefert und entmündigt, in der einen mehr, in der anderen weniger. Vor allem ist der Mensch ausgeliefert, wenn er ein Mensch zweiter Klasse ist, im wahrsten Sinn des Wortes. Diejenigen, die Geld haben und Einfluss, die können sich wehren, die haben Privilegien. Nicht nur im Krankenhaus, wo sie Erster Klasse liegen und vom Herrn Primar persönlich betreut werden; auch in der Psychiatrie, selbst im Gefängnis.
Und ins Altersheim brauchen sie natürlich auch nicht. Die Mächtigen, die Einflussreichen, die Wohlhabenden sind ausgestattet mit einer Zusatzversicherung für alle Lebenslagen. Die Putzfrau im Krankenhaus, der Bauer in der Psychiatrie, und die Ehefrau im Gefängnis, sie alle haben keine Zusatzversicherung, keine Privilegien, keine einflussreichen Freunde. Eingeschlossen sind sie, zur Ohnmacht verurteilt. Aber auch die Besucher, die sich frei dünken, auch sie sind arm dran, sind Eingeschlossene, Gefangene im gesellschaftlichen Zwang, können nicht heraus aus ihrer Haut.

Alle Figuren des Stücks haben reale Vorbilder. Der Mann und die Frau in »Man versteht nichts« sind meinen Adoptiveltern nachgebildet.“

 

Gespielt werden die Einakter von der Theatergruppe „Österreichische Länderbühne“

mit: Martina Mitterer; Raoul Rettberg und Karl Schleinzer

unter der Regie von: Karlheinz Wukov

Raum und Produktionsleitung: Pani Stamatopolos

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